14. Mai 2013
Liebe Angelina Jolie,
ich konnte die Schlagzeilen nicht glauben, als ich am Dienstag gelesen habe, dass Du Deine Brüste Dir hast abnehmen lassen. Ich saß am Tisch und unterhielt mich mit meinen Liebsten, Reza und meiner Mama.
Und ich stammelte: `Ich kann das nicht glauben, dass das wirklich passiert ist.`
Meine Mutter war entsetzt und entgegnete empört: `Aber Brustkrebs ist etwas so Allgemeingegenwärtiges. Man muss und darf nicht die Augen davor verschließen. Und nur weil es Angelina Jolie ist, heißt es doch nihct, dass es ihr nicht passieren kann.`
Meine Annäherung zu dem Thema war eine ganz andere. Ich sagte: `Nein, nicht deswegen, nicht weil sie ein Star ist, sondern weil ich es von ihr nicht erwartet hätte.`
Ich erkläre und erkläre.
Ich bin geschockt, weil Angelina, Du ein Leben geführt hast bis jetzt, welches absolut zu beneiden wäre. So weit ich mir erlauben darf, es, Dein Leben zu beurteilen. Ein Leben als Schauspielerin auf den Spuren Deines Vaters.
Deine Karriere schien gut zu laufen. In Hollywood wurdest Du aufgenommen. In der Hollywood-liebenden Fangemeinde, unter meinen Freunden wurdest Du verehrt, anerkannt, als Vorbild genommen.
Ein guter Freund von mir hatte ein Poster in seinem Teenagerzimmer, dass Dich als Rebellin zeigt, mit tiefsitzender Hose, Deine Tatoos zeigend, einen lasziven Blick in die Kamera. Ein geiles Foto. Auch ich bewunderte Deine Schönheit. Umso interessierter war ich auf Filme mit Dir.
Kommen wir zu dem, was ich loswerden möchte. Wie kann es sein, dass trotz Deiner Entwicklung, keinen großen Blockbustern mehr hinterher zu laufen. Oder von ihnen abhängig zu sein.
Dein Film über die Entführung eines französischen Journalist, der in Pakistan verschleppt wird. `A Mighty Heart`
Dein Film über die wahre Grausamkeit des Bosnien - Krieges. `In The Land Of Blood And Honey`
Deine Tätigkeiten als Botschafterin in verschiedenen afrikanischen, asiatischen Ländern. Dein Wille und die Adoption Deiner Kinder. Deine gefundene Liebe zu Brad Pitt. Aber was und warum hat es Dich bewegt, geschüttelt, auf einmal dem Rat der westlichen Medizin zu glauben und zu folgen? Wenn ein Doktor, eine Doktorschaft, die Ergebnisse vorlegt und eine Operation als Option erklärt.
Westliche Medizin, das Weltgeschehen, das innere Universum. Alles zu entdecken ist ein schwerer Weg. Wir alle hadern mit unserem Leben. Was sollen wir tun? Wie können wir bestehen und erreichen, was wir erreichen wollen? Wie können wir all diese Informationen verdauen, die wir eingetrichtert bekommen, verdauen ohne uns selbst zu verlieren?
Als Botschafterin hattest Du doch eine Vision. Als Frau hat man eine Vorstellung von den Dingen. Schau Dir das Leben, die Generationen an, die schon diese Erde bewohnt haben. Ich dachte, wenn dann Du, wärest eine, die einen Durchblick hätte.
Was ist, wenn die Erkenntnis auch blind macht? Was, wenn sie einen unausgewogen, verzerrt, voreingenommen macht? Wie können wir wieder zu unserer kindlichen Neugier und zu unbeflecktem Leben zurückkehren?
Ich habe Deine Erklärung nicht gelesen. Ich habe die ellenlangen Briefe und Artikel über Deine Entscheidung und auch über Deine zu bezweifelnde Vorbildfunktion nicht gelesen. Ich wollte selbst etwas verfassen nur um zu bemerken, dass Dein Schicksal, unser aller Schicksal nicht in einen Brief, aus welcher korrespondierenden Richtung auch immer, zu fassen ist.
Ich hoffe es geht weiter für unsere Kinder. Ich hoffe wir können eines weiterreichen und das ist die Erkenntnis.
Deine Jey




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen