Mittwoch, 27. November 2013

AMAZING SUMMER

Mein Sommer ist unbeschreiblich.
Ich lese ein Buch von Hemingway, die Geschichte beginnt mit den Flitterwochen eines Pärchens. Es wird beschrieben, was gegessen wird, wie oft Liebe gemacht wird.
Besonders gut ist der Autor, wenn er unwichtige Nebensachen seitenweise beschreiben kann. 1000 Worte für das Verzehren eines Kaffees.
Das kann ich schon lange.
10.000 Wörter für meinen Sommer.

Brief
Heute geht mein Brief an die Religion.
Seit Tagen schon habe ich John Lennon's “Imagine“ im Kopf. Kennt Ihr den Text. Es ist ein sehr einfacher und eingängiger Text. Einfache Wörter aber eine schwierige Message.
Also ich saß in der Ubahn und sah dieses Mädchen ein Kopftuch tragend und ein Sitz vor ihr ein Mädchen, das kein Kopftuch trug. Und ich dachte so bei mir Kopftuch oder nicht, völlig egal. Der Unterschied liegt in der Entscheidung. Die Entscheidung einen Lebensstil zu leben. Ein religiöses Leben oder eben nicht.
Und daraus resultiert, dass es gar keine Religionen gibt sondern nur Menschen und Entscheidungen. Wo wir wieder bei John Lennon's Imagine wären.

Sonntag, 24. November 2013

Heute ein Brief an das Fernsehprogramm an diesem wundervollen Sonntag.
Leider, leider läuft rein gar nichts Gutes im TV. Die Sender überbieten sich mit ...
Nein, so schlimm war es eigentlich auch nicht. Schließlich läuft der Fernseher nun auch schon seit drei Stunden. Gegen neun also bin ich zu Hause angekommen, habe das Essen aufgewärmt und den Nachtisch vorbereitet. Der Fernseher soll eine gemütliche Atmosphäre vermitteln. Das ist mein zu Hause, hier lass ich nur die besten Schauspieler Hollywoods rein.
Und da ist sie auch schon, Nicole Kidman in “Die Dolmetscherin“, auf arte. Den Anfang des Films habe ich nicht mitbekommen und wünsche mir tatsächlich die Zeiten zurück in denen die Blockbuster auf arte um 20:45 Uhr anfingen.
Danach der Dokumentarfilm, im Rahmen eines neuen Dokumentarfilm-Festivals.
Dann RTL 2 the Terminator, oh Mann.
Zum Glück ist es nicht mehr lang bis Columbo läuft. Super RTL, der neue heimliche Frauensender.
Ich bin nicht begeistert vom TV-Programm, aber wenn der Sonntagabend so bleibt, dann lässt es sich gut leben.

Donnerstag, 21. November 2013

Heute geht mein Brief an die Geschlechter.

Es wird nie eine Einigung geben zwischen den Geschlechtern. Immer wieder verletzen wir uns gegenseitig, weil wir zu egoistisch sind uns in den anderen hinein zu versetzen. Wir werden nie verstehen was in dem anderen vorgeht. Eine Frau denkt vielleicht ausschließlich an Kinder und der Mann nur an genügend Geld. Während sie vielleicht schon in die gleiche Richtung schauen, werden sie es nie schaffen. Man kann es schaffen. Wenn man Dinge akzeptiert, über sein Ego hinweg sieht. Aber wer macht das schon gerne?  Am Ende ist man nämlich immer mit sich allein. Man klärt Dinge nun mal nicht mehr mit den Eltern. Wenn man es je mit ihnen geklärt hat. Man hat nur noch sich selbst. Die eigenen Gefühle sagen einem schon wo es langgeht.

Es ist zu komplex, das Thema.

Ja, man kann es mit Humor sehen. Der Mann will sein Leben lang jagen und sammeln, das steckt ihm in den Genen. Die Frau will horten, kreieren. Warum mühen wir uns ab? Warum wollen wir unbedingt begreifen worum es geht. Warum die Philosophie und Anthropologie jahrelang studieren? Ich sage Sartre hatte einfach nur Glück, dass sein Weibsbild schlauer war als er. Wäre sie das nicht gewesen hätte sie ihm schon längst...Und zwar mit der gusseisernen Bratpfanne.

Ja, man kann es auch einfach abwarten was passiert. Wir seien auf dem richtigen Weg. Mmmmh, vielleicht. Aber ich sage Dir der Weg war schwer und meine Füße haben Schwielen und Narben. Und ich will vielleicht auch nicht mehr weitergehen, weil meine Blasen anfangen zu bluten.

Ja, man kann darüber schreiben. Aber nie werde ich festhalten können was für eine Art von Fragezeichen es in meinem Kopf hinterlässt, wenn ich darüber nachdenke was wir schon wieder für einen Schwachsinn zusammen gestritten haben. Ich bin überzeugt, dass ich mir einfach nicht über meine Rolle im Klaren bin. Ja, meine Geschlechterrolle in diesem Dialog, diesem Stück für eben nur uns, zwei Schauspieler.
Heute geht mein Brief an die Toilettenbürste.

Bah, kannst Du Dich nicht selbst reinigen?
Ob ein klein wenig Farbverlauf oder total verdreckt, allein Deinen Griff zu halten, bringt mich dazu in Gedanken zu würgen. Aber dann würde ich die Toilette noch mehr verschmutzen, ergo müsste ich sie endlich weiteres mal sauber machen. Und womit? Mit der immer gleichen Bürste. Oder eben zu Hause der selben. Aaaaaah.
Seit Wochen will ich schon zu IKEA düsen und mir einen jahresvorrat an toilettenbürsten kaufen, damit ich sie jedes mal wie einen einweghandschuh entsorgen kann.

Meine lieben Damen und Herren (und damit meine ich nicht nur die japaner, die ja offensichtlich die Notwendigkeit als einzige erkannt haben) erfinden sie bitte eine Toilette, die sich selbst reinigt, so dass ich keine klobürste mehr am stinkestengel anfassen muss um mein verdautes Mittagessen das Rohr hinunter zu massieren.

Ich schwöre Morgen widme ich mich wieder den schönen Dingen des Lebens.

P.s. heute kein Bild

Freitag, 28. Juni 2013

Liebes Filmtagebuch,

heute habe ich den Film "Man of steel" geschaut.
Der neue Film von einem meiner Lieblingsregisseuren Christopher Nolan. Mit Filmen wie "Inception", die neue Batman Reihe "The dark knight" hat er mich schon vor Jahren überzeugt. Aber wie das so mit der Liebe zu Regisseuren ist, es dauert Jahre bis man sich bewusst wird, dass man einen Lieblingsregisseur findet und sich seiner Liebe zu den Filmen bewusst wird.
Nun, "Man of steel" wurde groß gehypet. Werbung bis zum geht nicht mehr.
Auch mich hat es erwischt, als ich den nichtssagenden aber dadurch besonders spannenden Trailer gesehen habe. Ich war schon immer ein Fan von Comicverfilmungen und bin ein Fan von Clark Kent und Louis Lane seit ich die amerikanische Serie im deutschen TV gesehen habe. Clark Kent damals gespielt von dem wunderschönen Dean Cain, den ich sogar einmal am Frankfurter Flughafen begegnen durfte.
Aber kommen wir zum Film. Die Filmmusik ist ähnlich imposant und düster wie in den Dark knight Verfilmungen. Die Bilder sind auch eher düster und der Film beginnt mit einer Szene in Outer space, auf Krypton, dem Planeten auf dem Superman geboren wurde. Den Vater von Superman spielt Russel Crowe. Der weltliche Vater wird gespielt von Kevin Costner. Louis Lane ist Isla Fisher (sieht Amy Adams nicht haargenau aus wie Isla Fisher?). Alles Schauspieler, die ich gerne sehe. Und die ich mich freue zusammen wiederzusehen. Journalismus, Militär, Verschwörungen, außerirdische Intelligenz all dies sind Themen, die der Film gerne aufgreift. Auch Lois Lane ist nicht einfach nur eine Journalistin eines lokalen Blattes in Metropolis, sondern eine agressive Journalistin, mit internationalen Kontakten. In der vierundvierzigsten Minute tritt Superman seinem Vater gegenüber. Er sagt tatsächlich "Ich bin Dein Vater."
Die düstere Technik, Mechanik. Die Szenen sind fast schwarz weiß gehalten. Es erinnert an Star wars, wenn ich Star wars je bewusst gesehen hätte. Der Regisseur tobt sich aus. Ich schätze man will mal wieder 3D in seiner besten Form zeigen. Mich nervt das 3D nur. Mich würde es freuen, wenn ich im Kino immer einen perfekten Platz hätte, aber wer hat schon Zeit seinen Kinobesuch lange zu planen? Mich würde 3D freuen, wenn ich ein Heimkino hätte und die Lautstärke regulieren könnte, aber wer hat schon genug Geld um sich ein tolles Heimkino zu kaufen?
Die Geschichte, eine außerirdische Zivilisation, die untergeht, weil die Geburtenkontrolle der Regierung den natürlichen Lauf der Welt stört. Der Kern des Planeten Krypton gerät aus dem Gleichgewicht. Puff.

Mein Urteil: Na ja.

Noch habe ich den Film nicht annähernd bis zur Hälfte angesehen. Vielleicht werde ich ihn mir im Kino ansehen.
Jetzt hat Superman seine Uniform an und fliegt das erste Mal. Die Musik ist imperialistisch. Weiter gehts mit Louis Lane, die Recherchen über Clark Kent macht.

Mittwoch, 5. Juni 2013

Liebes Buch von Marina Lewyckas mit dem Titel "Caravan",

schön, dass es Dich gibt. 
Dies wird ein Brief an ein Buch. Ich könnte auch die Autorin anschreiben, aber da sie vielleicht nie dazu kommen wird, meine Kritik zu lesen, beschreibe ich das Buch.
Ich genoss es sehr dieses Buch zu lesen. Empfohlen von einer Freundin stand es bestimmt ein Jahr lang ungelesen in meinem Bücherregal. Dann in der Übergangszeit vom langen Winter zum Frühling las ich es. 
Der Schreibstil, die Erzählform ist so zugänglich und sehr einfach zu folgen. Es wird aus der Sicht mehrerer Erdbeerpflücker aus verschiedenen Nationen erzählt. Gebürtig in verschiedenen Nationen aber als Erdbeerpflücker in Großbritannien tätig. 
Schon bald hat man Mitleid mit der Protagonistin und wünscht sich, dass sie ihre Liebe in ihrem Kollegen findet. Dieser Kollege bleibt auch tatsächlich an ihr dran und rettet sie, wie einer der großen Helden aus verschiedenen Situationen und mit großen Gesten aber wenigen Worten.
Nach einer Zeit und die Passagen, die von dem mitreisenden Hund verfasst oder zitiert sind, ließt man quer. Jedenfalls musste ich das, weil ich den Verlauf der Geschichte beschleunigen wollte. Nicht unbedingt, weil es langweilig wurde, sondern weil meine Vorstellungskraft, wie bei jedem von mir gelesenem Buch, immer einen Schritt voraus war. 
Ich wünschte wirklich mein Beruf würde der des Adaptat
ionen schreibenden sein. 
Ich roch, ich sah, ich fühlte die Hitze und die abgetragenen Schuhe der Protagonisten und die Uniform der Kellnerin. Ein Hoch auf die Vorstellungskraft oder die Magie, die entsteht wenn ein Text diese Bilder in den Köpfen der Leser entstehen lässt. 
Was genau hängen geblieben ist von der Geschichte ist, unter anderem auch die detaillierte Beschreibung der Hühnerverarbeitungsfabrik in Großbritannien.
Schreckliche Szenen von teilweise noch lebend verarbeiteten Hühnern auf einer Farm in mehreren Hallen. Und das glückliche Huhn auf der Verpackung der Chicken Wings (in der Adaption). Im Internet kursieren zur Zeit zahlreiche und immer noch nicht genügende Videos von solchen Massenvernichtungen von Tieren. Sollten wir alle Vegetarier werden? 
Das Geschäft mit Waren, Genussgüter, trockenen Waren und Menschen (Arbeitskräfte). Ich sage, `Caravan` zeichnet einen psychologischen Zugang zu unserer Gesellschaft. Und es ist eine Sichtweise auf das fortschrittliche Europa, denn trotz der Träume, die verwirklicht werden können, trotz der Millionäre, die es hervorbringen kann, kann es genauso gut auch Seelen, Herzen und Menschen brechen. 
Ich sehe eine Stadt, eine Gesellschaft doch nicht anhand einer Statistik. Anhand einer prosperierenden Wirtschaft. Nein, ich komme in eine Stadt und schaue dem Obst- und Gemüsehändler ins Gesicht. Ich sehe die gestresste Geschäftsfrau neben mir, die ihren Kaffee ausschließlich `to go` genießt. Ich laufe durch die Einkaufsstraße und bemerke, dass derjenige vor mir ungeduscht riecht. Ich bemerke, dass er nicht regelmäßig zum Friseur geht, weil er Wichtigeres zu erledigen hat. Wie zum Beispiel einen neuen Job oder eine neue Wohnung zu finden. Ich bemerke die Plätze an denen sich die Betrunkenen treffen, an denen die Obdachlosen schlafen.
Eine Gesellschaft ist für mich genau das, was in diesem Buch beschrieben wird.  

Ich melde mich zurück, wenn ich Deine Fortsetzung lesen darf.
Jey